Peter Mirkes feiert seinen 90. Geburtstag

Seinen 90. Geburtstag feiert heute der beste Sportler aller Zeiten des Turnvereins Birkenfeld: der vielfache Welt- und Europameister Peter Mirkes, Vorbild für Generationen junger Leichtathleten.

30 Jahre zurück liegt der größte Triumph des „schnellsten Metzgermeisters Deutschlands“, wie ihn Medien titulierten: Bei den Senioren-Weltmeisterschaften im australischen Melbourne gewann er in der Altersklasse M 60 vier Goldmedaillen. Jeweils mit neuem Weltrekord siegte er über 100 Meter – in exakt 12 Sekunden – und 200 Meter (24,82), über 4 x 100 und 4 x 400 Meter.

Obwohl ihn seine eigene Fleischerei, die er bis 1991 in der Birkenfelder Hauptstraße betrieb, täglich stark forderte, trainierte er auch bei Wind und Wetter diszipliniert auf der Tartanbahn des ein Jahr zuvor eröffneten Stadions Am Berg.

Insgesamt holte der Inhaber der Ehrenmedaille des Landkreises in Gold bei Welt- und Europameisterschaften 16 Gold-, 1 Silber- und 2 Bronzemedaillen. Nachdem er fünf Jahre keinen großen Wettkampf bestritten hatte, steigerte er sein Trainingspensum im Vorfeld der EM 1994  noch einmal auf drei Einheiten pro Woche. In Athen distanzierte er über 100 und 200 Meter sowie mit einer jüngeren Staffel die Konkurrenz.

Wenngleich er den größten Teil seiner Karriere in der Leichtathletik verbrachte, ist der aus der Eifel stammende Ausnahmekönner von seiner Einstellung her immer Mannschaftssportler geblieben. Geprägt hat ihn seine Zeit als Fußballer nach Kriegsteilnahme und kurzzeitiger Gefangenschaft. Seine enorme Schnelligkeit fiel zahlreichen Vereinen auf, die ihn umwarben. Bei Rot-Weiß Koblenz und ab 1951 für ein Jahrzehnt bei Spora Luxemburg bewies er nachhaltig seine Qualitäten. Rund 20 Rheinlandmeistertitel zeugen davon. Zudem betätigte er sich im Nachbarland als Übungsleiter. Auch in Birkenfeld, wo er seit 1966 lebt, widmete sich der Familienvater der Vereinsjugend und begeisterte zahlreiche Kinder für die Laufdisziplinen. Wert legte er darauf, sich und seinen Schützlingen nicht zu viel abzuverlangen: „Sport darf nicht zur Schinderei werden“, betont das TVB-Ehrenmitglied, dessen Training „immer genau auf meinen Körper abgestimmt war“. Neben seinen messbaren Leistungen imponierte sein ästhetischer Laufstil dem Publikum.

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